Menschenrechtsverletzung

Die Hinrichtung der 26jährigen Iranerin Reyhaneh Jabbari wurde durch eine weltweite Protestkampagne in letzter Minute verhindert.

Die zum Tode verurteilte 26jährige Iranerin Reyhaneh Jabbari (Bild) sollte am 15. April in Teheran hingerichtet werden. Eine internationale Protestkampagne von Menschenrechtlern aus dem Iran und anderen Ländern konnte die Hinrichtung jedoch vorerst verhindern. Die Vollstreckung des Todesurteils wurde ausgesetzt. Die Menschenrechtskampagne setzt sich nun dafür ein, dass das Todesurteil  aufgehoben wird.

 

Unter denen, die sich für die Rettung der jungen Frau einsetzen, sind Amnesty International, und Ahmed Shaheed, UN-Sonderberichterstatter über die Menschenrechtslage im Iran.

Reyhaneh Jabbari ist bereits seit 2007 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Vor sieben Jahren verletzte sie einen Mann mit einem Messerstich in die Schulter tödlich. Nach ihrer Aussage hatte er versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe in Notwehr gehandelt. Nach ihrer Festnahme wurde Reyhaneh Jabbari zwei Monate lang in Einzelhaft im Evin-Gefängnis festgehalten, wo sie keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand oder ihrer Familie hatte.

In einem von vielen Menschenrechtern als äußerst unfair bezeichneten Prozess wurde die junge Frau dennoch des Mordes schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.

Im Iran werden Männer und Frauen, darunter auch Minderjährige, für zahlreiche sog. „Straftaten“ mit dem Tode bestraft, darunter für Ehebruch, Diebstahl, Homosexualität, Drogenbesitz und Regimegegnerschaft. Der Iran richtet im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl mehr Menschen hin als jedes andere Land der Welt. Die Todesstrafe verletzt das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschriebene Recht auf Leben und ist die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen.