Gefangene

Trauer und Bestürzung über die Hinrichtung des politischen Gefangenen Gholamreza Khosravi-Savadjani, der wegen Unterstützung der Demokratiebewegung im Iran zum Tode verurteilt worden war.

 

 

Der 49jährige politische Gefangene Gholamreza Khosravi-Savadjani (Bild) wurde am 1. Juni im Gohardasht-Gefängnis der Stadt Karaj westlich von Teheran

hingerichtet, nachdem er insgesamt 12 Jahre lang in verschiedenen iranischen Gefängnissen inhaftiert gewesen war. Familienangehörige und Menschenrechtler, die die ganze Nacht vor dem Gefängnis ausharrten, haben bis zuletzt versucht, die Hinrichtung zu verhindern.

Nach der Exekution brachten Regimegardisten den Leichnam des politischen Gefangenen in aller Eile in die über 400 km entfernte Stadt Isfahan und begruben sie dort heimlich auf einem Friedhof. Um Proteste gegen die Hinrichtung zu verhindern, wurde der Familie verboten, eine Trauerfeier abzuhalten oder über die heimliche Beerdigung zu sprechen.

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Gholamreza Khosravi, der verheiratet ist und einen Sohn hat, war bereits in den 80er Jahren wegen Unterstützung der iranischen Demokratiebewegung fünf Jahre lang in Haft. 2007 wurde er erneut festgenommenen. Ihm wurde vorgeworfen einen exiliranischen oppositionellen TV-Sender unterstützt zu haben. Khosravi wurde über 40 Monate lang in verschiedenen Gefängnissen des iranischen Geheimdienstes in Einzelhaft festgehalten und dann zunähst wegen Unterstützung der Oppositionsbewegung PMOI von einem Gericht in der zentraliranischen Stadt Kerman zu 6 Jahren Haft verurteilt.

Nach dieser Verurteilung wurde Gholamreza Khosravi erneut langwierigen Verhören und Misshandlungen unterzogen und dann in Teheran wieder vor Gericht gestellt. Er weigerte sich, im iranischen Staatsfernsehen ein falsches Geständnis abzulegen und damit sich und andere zu belasten, wie von der Willkürjustiz gefordert wurde. Im November 2011 wurde er wegen angeblicher „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zum Tode verurteilt.
Gholamreza Khosravi gehörte zu den politischen Gefangenen, die am 17. April bei einer Razzia im Teheraner Evin-Gefängnis von Regimegardisten schwer misshandelt wurden.

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Berlin: Exiliraner trauern um Gholamreza Khosravi

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte den Iran am 31. Mai aufgefordert, die vorgesehene Hinrichtung von Gholamreza Khosravi nicht durchzuführen. Es habe sich um einen unfairen Prozess gehandelt, der sowohl dem Völker- als auch dem iranischen Recht widerspreche, kritisierte Amnesty International.