Gefangene

Hamid Haeri wird trotz seines lebensbedrohlichen Gesundheitszustandes die notwendige medizinische Versorgung verweigert. Auch im Krankenhaus wird er weiterhin angekettet.

 

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Der politische Gefangene Hamid Haeri (63) wurde am 14. Mai nach Blutungen aus den Ohren und der Nase in Handschellen und mit Fußfesseln in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort verschlimmerte sich sein Zustand weiter. Es kam erneut zu Blutungen, der Patient fiel ins Koma.

 

Der im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftierte Gefangene leidet an Erkrankungen des Herzens und der Atemwege. Er hat mehrere Herzattacken erlitten, die notwendige medizinische Versorgung wird ihm jedoch seit Jahren verweigert. Das Vorenthalten medizinsicher Versorgung ist eine in iranischen Gefängnissen übliche Foltermethode.

 

Hamid Haeri wurde im Dezember 2009 festgenommen und wegen angeblicher „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt. Ihm wurden familiäre Kontakte zu seinem Sohn und Bruder vorgeworfen, die als politische Flüchtlinge im Irak leben.

 

Im Iran sind zahlreiche Menschen allein deshalb in Sippenhaft, weil sie familiäre Verbindungen zu iranischen Oppositionellen unterhalten, die im Lager Camp Liberty im Irak leben. Schon Trauerfeiern für im Irak bei Anschlägen getötete Exiliraner reichen als Grund für Festnahmen und langjährige Haftstrafen.

Menschenrechtler haben die UN-Menschenrechtskommissarin erneut aufgerufen, sich für die willkürlich inhaftierten politischen Gefangenen im Iran einzusetzen, die in einem lebensbedrohlichen Zustand sind, weil ihnen die notwendige medizinische Versorgung vorenthalten wird.