Gefangene

Die Empörung über die Gewaltmaßnahmen der Revolutionsgarde (IRGC) und MOIS (Geheimdienst-) Agenten gegen Insassen und Unterstützer der PMOI im Evin Gefängnis sowie die vielfältigen internationalen Verurteilungen der Verletzungen der Menschenrechte im Iran unter der Herrschaft der Mullahs hat die Amtsträger des Regimes in einem Maße in Schrecken versetzt, dass sie darauf aus sind, mit verschiedenen hanebüchenen Widersprüchen den Überfall zu rechtfertigen und herunterzuspielen.Während Mullah Allavi, der verbrecherische Minister für Nachrichtendienste im iranischen Regime, am 19. April äußerte, dass er eine Erklärung zu dem Überfall im Evin Gefängnis abgeben werde, sagte der Justizminister der Mullahs Mostafa Pour Mohammadi am Sonntag, es seien nur ein oder zwei Insassen leicht verletzt worden.

 

„Erste Untersuchungen wurden darüber durchgeführt und der Bericht davon zeigt, dass die veröffentlichten Nachrichten nicht richtig waren und es nur eine gewöhnliche  Inspektion der Abteilungen war...“, gab er an und ergänzte: „Die Inspektionen haben gezeigt, dass mehrere verbotene Gegenstände in den Trakten gefunden wurden. In zwei Räumen gab es Widerstand, aber natürlich gab es keine ernsten Zusammenstöße. Es war nichts, außer dass ein oder zwei Insassen leicht verletzt wurden. Sie haben sich schnell erholt, nachdem erste Hilfe geleistet worden ist“. (Die Nachrichtenagentur Mehr, die mit dem Ministerium für Nachrichtendienste verbunden ist am 20. April 2014)

Pour Mohammadi ist einer der Amtsträger, der hinter dem Massaker an 30.000 politischen Gefangenen im Jahr 1988 stand; er fuhr fort, indem er es rechtfertigte, dass Zusammenkünfte zwischen den Gefangenen untersagt wurden, und sagte, die Angehörigen der Gefangenen hätten um eine dringende Besuchserlaubnis  nachgesucht, es habe sich aber nichts ereignet, dass zu einem solchen Gesuch für eine dringende Besuchserlaubnis für sie Anlass gegeben hätte. 

Andererseits machte das iranische MP Mottahari nach der Kundgebung der Angehörigen der Insassen vor dem Majlis (dem Parlament) des Regimes einige Bemerkungen in der Absicht, das Ministerium für Nachrichtendienste von der Verantwortlichkeit zu entlasten. „Ich glaube, es gibt zwei Szenarios für diese Zusammenstöße; entweder war es eine Fehlkalkulation oder es gab ein paar Leute, die für die neue Regierung Probleme schaffen wollen. Es muss so gewesen sein, denn ich bezweifle, dass jemand, der das Land und die Regierung unterstützt, zu solchen Maßnahmen greifen würde“, äußerte er. „Sie dachten, dass das Ministerium für Nachrichtendienste sich dessen nicht bewusst sein würde. Leider hören manche Menschen nicht auf den Rat des Staates und versuchen, im In- und Ausland dem Land Probleme zu bereiten“.

In der Zwischenzeit beauftragte Aladdin Borujerdi, der Chef des Sicherheitsausschusses im Parlament und ein enger Vertrauter Khameneis,  Gholam Hossein Ismaeeli, den Chef der Gefängnisverwaltung des Regimes, die Mitglieder des Majlis kurz in Kenntnis zu setzen.

Ismaeeli räumte ein, dass dieser bösartige Angriff aus Furcht davor geschah, dass das Regime international verurteilt werden könnte,  siehe die Resolution des Europäischen Parlaments über die Menschenrechtslage im Iran, und damit die Enthüllungen der Insassen über die Verbrechen des Regimes gestoppt würden.

„Ich glaube, dass nach der Erklärung der Europäischen Union alle diejenigen im Land, die sich dem Feind verkauft haben, die internationale öffentliche Meinung dazu verleiten wollen, ihren Lügen zu  glauben und auf ihre Stimme in dieser Hinsicht zu hören. Die Maßnahmen unserer Kollegen waren jedoch sorgfältig überlegt“, gab er an. „Dieses Mal waren die Maßnahmen der Gefängnisverwaltung ... sehr viel erfolgreicher als es frühere Maßnahmen waren; weil mehr Verbindungen unter den Insassen unterbrochen wurden, obwohl sie immer noch nicht auf Null gebracht worden sind. Das war für sie sehr hart, dass wir wirklich so gehandelt haben“. (Die Nachrichtenagentur Tasnim, die mit der terroristischen Quods Armee  verbunden ist, am 20. April 2014

„Das Team der Gefängnisverwaltung  inspizierte das Evin Gefängnis am Donnerstag plangemäß... die Insassen zweier Räume wollten nicht herauskommen. Die meisten von ihnen waren Mitglieder der in Zwietracht und Abweichung Stehenden... sie fingen an, sich zu widersetzen und üble Ausdrücke gegen das Inspektionsteam zu verwenden... das Inspektionsteam bestand aus Personen, die nicht zu den derzeitigen Angestellten des Gefängnisses gehörten, sie zwangen diese Leute, die Räume zu verlassen“, fügte er hinzu (Die Nachrichtenagentur IRNA am 20. April 2014)

Ismaeeli leugnete rundweg, dass mehrere Gefangene verwundet worden seien und meinte dazu: „Bei dieser Inspektion waren keine Fälle von Verletzungen oder Zusammenstößen zu beobachten, niemand wurde ins Krankenhaus gebracht... die Feinde des Staates, von denen viele in den Gefängnissen sind, haben versucht, Gerüchte und Lügen über die Sache auszustreuen, um damit neue Unruhen gegen den Staat hervorzurufen“. (Internetseite des Majlis vom 20. April 2014). Währenddessen drohte er den Gefangenen  mit den Worten: „Über die von verschiedenen Gefangenen ausgestreuten Gerüchte hat die Gefängnisverwaltung eine Akte angelegt und sie den Justizbeamten übermittelt“.

Naghavi Hosseini, der Sprecher des nationalen Sicherheitsausschusses des Parlaments, sagte: „Meiner Meinung nach haben diese Gefangenen diesen Widerstand vom Zaun gebrochen, weil die Elemente des Zionismus, der Monafeqin und Aufwiegler in der Welt gegen den Iran Stimmung machen wollen. Deshalb wollten sie diese Gelegenheit nutzen, um Tumult und Spannungen für die islamische Republik des Iran zu erzeugen. Die Angehörigen behaupten, es seien einige Menschen getötet worden, ein paar hätten ihre Arme verloren und andere seien geköpft worden“.

Kouchakzadeh, ein anderes Mitglied des Parlaments der Mullahs, meinte, diese Unterstellungen seien lächerlich und es sei eine Lüge, dass jemand im Gefängnis geschlagen worden sei... Wenn jemand mich beleidigt, werde ich schnell reagieren. Genauso ist es im Gefängnis. Wenn jemand etwas zu einem Gefängniswärter sagt, kann es zu einer Rauferei kommen“!