Frauen

Ghoncheh Ghavami wurde festgenommen, weil sie an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hatte, um gegen das Verbot der

Anwesenheit von Frauen in iranischen Sport-Stadien zu protestieren.

Amnesty International setzt sich mit einer Eilaktion dafür ein, dass die 25jährige Frauenrechtlerin Ghoncheh Ghavami, die in Teheran inhaftiert ist, umgehend und bedingungslos freigelassen wird, da sie nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit festgehalten wird. Ghoncheh Ghavami, die die iranische und britische Staatsbürgerschaft besitzt, wird seit dem 30. Juni im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten.Sie wurde festgenommen, weil sie an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hatte, um gegen das Verbot der Anwesenheit von Frauen in iranischen Sport-Stadien zu protestieren.

Über die erste Festnahme der Frauenrechtlerin am 20. Juni 2014 berichtet Amnesty International:

„Am 20. Juni siegte der Iran im zweiten Ligaspiel gegen Italien. Zahlreiche Männer und Frauen, darunter auch Ghoncheh Ghavami, versammelten sich zeitgleich vor dem Azadi-Stadion, um für gleiche Zugangsrechte für Frauen zu demonstrieren. Aktivist_innen und Journalist_innen vor Ort berichteten, dass die Polizei mit unverhältnismäßiger Gewalt - darunter auch mit Schlägen - gegen die Protestierenden vorging. Mehrere Demonstrierende wurden festgenommen, darunter auch Ghoncheh Ghavami. Augenzeugenberichten zufolge wurden die Frauen gezwungen, in Polizeiwagen einzusteigen, dann in die Hafteinrichtung Vozara in Teheran gebracht und dort mehrere Stunden lang festgehalten. In dieser Zeit sollen die Frauen von Polizist_innen beschimpft worden sein. Bevor sie freigelassen wurden, mussten sie offenbar ihre Ausweispapiere abgeben und Vereinbarungen unterzeichnen, solche oder ähnliche Aktivitäten in Zukunft zu unterlassen. Ghoncheh Ghavami erzählte einer Freundin nach ihrer Freilassung, dass sie bei ihrer Festnahme geschlagen und über den Boden geschleift worden sei, wovon sie Prellungen am Ellbogen und am Rücken davontrug.“