Frauen

80 Prominente aus Politik und Gesellschaft weltweit setzen sich für die Freilassung von Frau Ashtiani ein.Das Regime im Iran will Sakine Ashtiani, zweifache Mutter, steinigen. Jetzt kämpfen Prominente wie die US-Schauspieler Robert Redford und Robert de Niro sowie der britische Sänger Sting für sie!
Mehr als 80 Schauspieler, Musiker und Politiker haben sich in einem offenen Brief für die Freilassung der im Iran zum Tod durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi Aschtiani eingesetzt.
Die Promis fordern den religiösen Führer Ayatollah Ali Chamenei und Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad auf, die Frau zusammen mit ihrem Sohn und Rechtsanwalt freizulassen. Aschtiani habe bereits fünf Jahre in Haft verbracht und 99 Hiebe erlitten.

Zu den Unterzeichnern gehören auch der Chef der britischen Labour-Partei, Ed Miliband, und der frühere französische Außenminister Bernard Kouchner.Das Schreiben wurde am Montag auf der Titelseite der britischen Tageszeitung „The Times" veröffentlicht.

Sakine Aschtiani droht die Hinrichtung. Bereits 2006 war sie wegen „verbotenen Umgangs" mit zwei Männern zu 99 Peitschenhieben verurteilt worden. Später wurde das Urteil wegen Ehebruchs in Tod durch Steinigung umgewandelt. Zusätzlich wird ihr Beihilfe zum Mord an ihrem Ehemann vorgeworfen. 2007 bestätigte der Oberste Gerichtshof das Todesurteil, mehrere Gnadengesuche wurden abgelehnt. Der Iran setzte im Juli nach internationalem Druck die Hinrichtung durch Steinigung zwar aus, die Aussetzung war jedoch so formuliert, dass eine Hinrichtung durch den Strang weiterhin möglich ist. Das im August im Fernsehen ausgestrahlte und möglicherweise durch Folter erzwungene Geständnis hat die Gefahr der Hinrichtung erhöht.

Seit dem 10. Oktober sitzen zwei deutsche Reporter in der nordiranischen Stadt Tabris in iranischer Gefangenschaft, als sie ein Interview mit dem Sohn Aschtianis in der Kanzlei ihres Anwalt führen wollten. Ihnen wird von der Justiz des Landes Verstoß gegen Visagesetze vorgeworfen. Sohn und Anwalt befinden sich seither ebenfalls in Haft.

In der vergangenen Woche gab es aus dem Iran positive Signale, dass es zu Weihnachten ein Zusammentreffen von Angehörigen mit den Inhaftierten geben könnte. So erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Dienstag in Teheran, eine entsprechende Bitte der Inhaftierten werde derzeit geprüft.

Hingegen strahlte der iranische Auslandssender Press TV am Freitag vergangener Woche eine düstere Dokumentation über den Fall Aschtiani aus. Darin gestand die Todeskandidatin nicht nur, zusammen mit ihrem Liebhaber ihren Mann ermordet zu haben, sie „spielte" die Tat im einstigen Haus der Familie nach, wie sie sich angeblich zugetragen hat.
Nach Aussagen vieler Experten sind solche Auftritte, bei dem auf der Sohn zu Wort kam, erzwungen. Gezeigt wurde auch ein Foto der Leiche des Mannes. Amnesty International kritisierte die Verletzung der internationalen Standards für einen fairen Prozess.