Ashraf & Liberty

Der Exiliraner Taghi Abbasian ist am 18. September in der Krankenstation des Lagers Camp Liberty verstorben. Der schwerkranke Patient

musste sterben, weil die irakische Lagerleitung seine Behandlung in einem Bagdader Krankenhaus nicht zuließ.

Der Exiliraner Taghi Abbasian (Bild) ist das 21. Todesopfer der medizinischen Versorgungsblockade gegen die iranischen Asylsuchenden im Lager Camp Liberty im Irak. Das irakische Militär beschränkt und behindert seit Jahren den Zugang der Exiliraner zu ärztlicher Versorgung und Medikamenten. Davon sind auch Menschen mit schweren Krankheiten betroffen.

Berichten aus Camp Liberty zufolge verstarb Taghi Abbasian am 18. September 2014 in der Krankenstation des Lagers. Er hatte jahrelang an Herzbeschwerden und der sehr gefährlichen Krankheit MND (Myatrophe Lateralsklerose) gelitten. Der Patient musste sterben, weil die irakische Lagerleitung seine Behandlung in einem Bagdader Krankenhaus nicht zuließ.

Die Krankenstation in Camp Liberty ist für die Behandlung von Schwerstkranken nicht ausgestattet. Solche Behandlungen können nur in Krankenhäusern außerhalb des Lagers durchgeführt werden. Dies muss jedoch von der irakischen Lagerleitung genehmigt werden, was immer wieder verzögert oder gänzlich verhindert wird. Die Asylsuchenden dürfen Arzttermine nur unter militärischer Bewachung wahrnehmen und müssen vorher erniedrigende Durchsuchungen über sich ergehen lassen.

Taghi Abbasian hat mehrmals an die UN-Hilfsmission im Irak appelliert, gegen die medizinische Versorgungsblockade, mit der er und seine Mitbewohner in Camp Liberty gequält werden, aktiv zu werden. Er berichtete der UN-Hilfsmission u.a.:

„Ich leide an einer Herzkrankheit und einem Taubheitsgefühl am ganzen Körper. Vor einiger Zeit hatte ich einen Herzanfall. Ich bin teilweise gelähmt und meine gesundheitliche Situation verschlechtert sich. Nach einem in der Krankenstation des Lagers verbrachten Monat ordnete der dortige Arzt an, dass in Bagdad eine Angiografie (Röntgendarstellung von Gefäßen) und eine MRT des Gehirns gemacht werden müssen. Als ich endlich zusammen mit anderen Patienten in ein Bagdader Krankenhaus gebracht wurde, haben die uns in Camp Liberty zugeteilten Bewacher nicht zugelassen, dass ich dem Arzt alle meine Probleme erkläre. Der dortige Arzt bestand darauf, dass ich in dem Krankenhaus stationär aufgenommen werden müsse, damit die notwendigen Untersuchungen gemacht werden können. Unsere Bewacher ließen dies jedoch nicht zu. So konnte in dem Krankenhaus nichts für mich getan werden.

Ich beschwere mich entschieden über dieses unmenschliche Verhalten der Vertreter des irakischen Regimes und ich bitte Sie, nicht weiter dazu zu schweigen und ihnen zu erlauben, mit unserem Leben zu spielen. Mein Gesundheitszustand ist gefährlich und kritisch und ich benötige dringend die notwendige medizinische Behandlung.“

Die Bereitstellung von medizinischer Versorgung ist ein legitimes Recht jedes Menschen. Die Unterlassung medizinischer Hilfe zum Zwecke der Unterdrückung gilt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die internationale Hilfskampagne hat die UNO erneut aufgerufen, für das Ende der unmenschlichen Versorgungsblockade gegen die Exiliraner in Camp Liberty zu sorgen. Gleichzeitig werden die Anstrengungen verstärkt, um die Aufnahme der iranischen Flüchtlinge, insbesondere der Kranken, in sicheren Drittländern zu beschleunigen.