Schwerer Terroranschlag auf iranische Flüchtlinge
Ein schwerer Terroranschlag auf iranische Asylsuchende im Lager Camp Liberty nahe Bagdad forderte 23 Todesopfer und Dutzende Verletzte. Mehrere Verletzte sind in Lebensgefahr.

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In Camp Liberty wurden 23 Menschen durch Raketenbeschuss getötet.
Am 29. Oktober 2015 um 19.40 Uhr Ortszeit wurde ein schwerer Terroranschlag auf die iranischen Flüchtlinge verübt, die im Lager Camp Liberty nahe Bagdad interniert sind. Das Lager wurde mit mehr als 80 Raketen beschossen, von denen viele in die Wohnbaracken der Bewohner einschlugen. Der Anschlag forderte 23 Todesopfer und Dutzende Verletzte. Viele der Verletzten haben schwere Verstümmelungen und Verbrennungen erlitten und sind in Lebensgefahr.
Es war der bisher schwerste Angriff auf das Lager Camp Liberty, das schon im Jahre 2013 mehrfach Ziel von Terroranschlägen war.
Außer dem Verlust von Menschenleben sind viele der Flüchtlinge in Camp Liberty durch die Zerstörungen infolge des Anschlags in eine schwere Notlage geraten. Zahlreiche Versorgungseinrichtungen des Lagers wurden zerstört oder schwer beschädigt. Das Versorgungssystem ist in großen Teilen zusammengebrochen. Viele Gebäude in Camp Liberty gingen in Flammen auf. Die Raketeneinschläge haben Krater von bis zu zwei Metern Tiefe hinterlassen.
Bei dem Anschlag wurden 131 Wohnbaracken vollständig zerstört und 226 so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar sind. Zehn Gemeinschaftsgebäude wurden zerstört oder schwer beschädigt. Vollständig zerstört wurden außerdem: zahlreiche Wasser-, Abwasser- und Brennstoff-Tanks, Teile der Generatoren und Einrichtungen zur Versorgung mit Strom und Trinkwasser, zahlreiche Wasser- und Stromleitungen.
Verzweifelt versuchten die Bewohner von Camp Liberty, Verletzte aus den Trümmern zu retten.

 

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Presseecho: Humanitäre Hilfe aus Berlin für iranisches Flüchtlingscamp

Die Abendschau des rbb-Fernsehens berichtete über die Großveranstaltung in Berlin, die am 7. März 2015 zum Schutz von iranischen Asylsuchenden im Lager Camp Liberty (Irak) aufrief.

Der Bericht der Abendschau befasst sich mit der internationalen humanitären Kampagne, die sich für den Schutz und die Menschenrechte von iranischen Flüchtlingen im Irak einsetzt. Die Exiliraner wurden aus der Siedlung Ashraf zwangsvertrieben und im Lager Camp Liberty nahe Bagdad interniert. Die Kampagne arbeitet dafür, dass rund 3000 iranische Flüchtlinge aus Camp Liberty in sichere Länder evakuiert werden. Bis dahin müssen sie vor Menschenrechtsverletzungen, Terror und Gewalt geschützt werden. Die vom irakischen Militär verhängte medizinische Versorgungsblockade gegen die Exiliraner muss gestoppt werden. Dem Aufruf zu wirksamer medizinischer Hilfe für die Flüchtlinge in Camp Liberty haben sich mehrere Ärzteverbände in Europa angeschlossen.

Der iranische Arzt Dr. Mirhadi Madghalji hat bis zum September 2014 im Lager Camp Liberty an der medizinischen Versorgung der dort lebenden Flüchtlinge mitgewirkt. Dr. Madghalji bemüht sich zurzeit in Berlin um humanitäre Hilfe für seine Landsleute in Camp Liberty. Die Abendschau berichtete über sein Engagement.