Proteste im Inland

Regimekräfte schlagen Studentenproteste nieder

09. Dezember 2009

Es sind die heftigsten Proteste seit Monaten: Tausende Oppositionelle demonstrierten in Iran gegen das Regime. An der Teheraner Universität kam es zu Straßenschlachten. Laut Augenzeugen setzten Sicherheitskräfte Knüppel und Tränengas ein - auch von Festnahmen ist die Rede.
Spiegel Online, 07.12.2009 -Teheran - Bei Protesten Zehntausender Oppositioneller ist es am Montag in Iran erneut zu schweren Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. Vor allem in Teheran eskalierte die Gewalt. Augenzeugen, Internetseiten der Regimegegner und staatliche Medien berichteten übereinstimmend von Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten in der Hauptstadt. Es seien die größten Proteste seit mehreren Monaten, hieß es.
Die amtliche Agentur Irna bestätigte, dass es nahe der Teheraner Universität zu Straßenschlachten gekommen sei. Mitglieder der gefürchteten Bassidsch-Miliz gingen nach Augenzeugenberichten mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vor. "Sie schlagen Männer und Frauen auf Kopf und Schultern. Einige Protestler bluten und sind verletzt", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Beobachter.
Mehrere Regimegegner sollen festgenommen worden sein: "Ich habe gesehen, wie mindestens zehn Menschen verhaftet und zu Kleinbussen gebracht wurden", zitiert Reuters einen weiteren Zeugen. Die Nachrichtenagentur Irna meldete, der bekannte Studentenführer Madschid Tawakoli, "der Anführer der Krawallmacher", sei festgenommen worden, weil er Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beleidigt habe.

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Demonstranten trotzen der Gewalt der Machthaber

 

09. Dezember 2009 

Von Gabriela M. Keller 7. Dezember 2009, 18:24 Uhr
Trotz massiver Repressionen ist es dem Regime bislang nicht gelungen, die Proteste zu unterdrücken, die nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ausgebrochen waren. Obwohl die Machthaber wichtige Informationskanäle sperren, gelangen Nachrichten über den Widerstand aus dem Land.
Die iranische Polizei setzt Tränengas gegen die Demonstranten vor der Teheraner Universität ein. Das Foto stammt aus einem Video, das die Studenten ins Internet gestellt haben
Gegen Vormittag brach nahe der Teheraner Universität der Ruf „Tod dem Diktator“ aus und verbreitete sich von dort über die Straßen der Innenstadt. Mehrere Tausend Menschen strömten Augenzeugenberichten zufolge auf dem Valiasr-Platz zusammen und marschierten auf den Campus zu. Hunderte Polizisten in Kampfanzügen und regimetreue Bassidsch-Milizionäre hatten das Gelände bereits abgeriegelt. Sie schlugen mit Knüppeln auf die Demonstranten ein und feuerten Tränengas in die Menge. Mindestens zehn Menschen wurden oppositionellen Websites zufolge verhaftet.

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Landesweite Aufstände am 7. Dezember (16 Azar)

07. Dezember 2009

Teheran:


Studenten der Teheraner Universität begannen am Montag ihre Demonstration mit „Nieder mit dem Diktator“ Rufen und „Wir unterstützen die inhaftierten Studenten.“ Das berichtet das soziale Zentrum der Volksmojahedin im Iran. Die Studenten schickten auch noch einen Ruf in Richtung der unterdrückenden Einheiten in und außerhalb des Universitätsgeländes: „ Söldneragenten, schert euch zum Teufel!“

Studenten der Buchhaltungsabteilung der Azad Universität – Zweigstelle Rouheden (Ostteheran) – begannen ihre Anti – Regime Proteste mit Rufen wie „Nieder mit der betrügerischen Regierung“

Kerman:  

In Kerman demonstrierten Studenten der Hochschulen für Landwirtschaft, Entwicklung und Elektrotechnik an der Bahonar Universität und riefen “Menschen des Iran! Stürzt den Diktator” , “Wir stehen alle zusammen, die Studenten haben keine Angst” und “Nieder mit dem Diktator.”
Studenten der Arak Universität verbrannten Bilder von Ahmadinejad und riefen “Nieder mit dem Diktator”.

 

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Der 16. Azar (7. Dezember) - Tag des Protests der Studenten im Iran

Der 7. Dezember ist ein historischer Tag des Protests der Studenten im Iran. An diesem Tag die Studenten im ganzen Land gehen auf die Strasse um gegen das diktatorische Regime zu protestieren. Sie rufen: "Tod dem Diktator", und "Mit Gottes Hilfe ist der Sieg nahe, Tod dieser betrügerischen Regierung". Sie riefen zur Freilassung ihrer gefangenen Komolitonen auf und skandierten: "Lasst die gefangenen Studenten frei".

Das Mullah Regime hat vor dem 7. Dezember begonnen, massive Repression die Studenten einzuschüchtern und ihre Versammlungen an diesem Tag zu verhindern. In Teheran wurden sieben Mitglieder der Studentenorganisation und sechs Studenten der Allameh Universität am 19. November verhaftet. Agenten des Ministeriums für Sicherheit und Geheimdienste verhafteten danach einige Studentenaktivisten, die schon am 7. Dezember 2007 verhaftet und nur nach Druck von internationalen Organisationen entlassen wurden, nachdem sie Monate in Einzelhaft und unter Folter verbrachten. Sie wurden jetzt zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Währenddessen wurden kurdische Studenten in Teheran während ihrer Heimreisen in die kurdischen Provinzen von Geheimdienstoffizieren bedroht und ihnen wurde verboten, in die Hauptstadt zurück zu kehren. Sie fuhren nach einer Kundgebung und Demonstration gegen die Hinrichtung von Ehsam Fattahian, einem kurdischen politischen Gefangenen, an der Teheraner Universität wieder nach Hause. Während der Proteste wurden fünf Studenten verhaftet.

In Babolsar (Nordiran) verurteilte die Justiz der Mullahs acht Studenten der Universität von Mazandaran zu sechs Monaten Haft und 15 Peitschenhieben. Sie wurden wegen der Teilnahme an Anti-Regierungsprotesten am 15. und 16. Juni verurteilt. Ihre Anklage lautete Störung der Ordnung der Universität und Zerstörung eines Portraits von Ahmadinejad.

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Drei Mitglieder einer Studentenvereinigung am Abend des 4. Novembers festgenommen

15. November 2009 

Berichten zufolge wurde die Festnahme von drei Mitgliedern des Zentralrates der Zusammenführenden Einigkeit bestätigt.
Hassan Assadi Zeidabadi, Sekretär des Menschenrechtskomitees und Mohammad Sadeqi, ein Mitglied des Zentralrates wurden am Dienstagabend verhaftet.
Sayed Kuhzad Ismaili, der Chef der Gilan Abteilung der Organisation wurde ebenfalls vom Geheimdienst der Stadt verhaftet.

Am 4. November erlebten viele Städte im gesamten Iran Anti-Regime Demonstrationen

In Mashhad riefen Studenten der Ferdowski Universität „Tod dem Diktator“ und „Diktator, Diktator, dies ist deine letzte Nachricht. Die Studenten machen eine Revolte“ auf ihren Demonstrationen. Bürger der Stadt demonstrierten rund um Vakil Abad, Falakeh Ab Square und der Khosravi Straße.

Tausende Teheraner Universitätsstudenten riefen „Tod dem Diktator“. Die Sprechchöre konnten vor dem Campus und am Platz der Revolution gehört werden.

In Tabriz versammelten sich die Demonstranten an der Ab-Resan Kreuzung. Tausende Studenten hielten Proteste in der Tabriz Universität ab. Am Eingang zur Universität gab es Zusammenstöße mit Studenten und Sicherheitskräften.

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