Proteste im Inland

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Die Frauenrechtlerin Haleh Sahabi starb nach gewaltsamen Übergriffenvon Regimemilizen auf die Trauernden, die sich zur Beerdigung ihres Vaters, des Dissidenten Esatollah Sahabi, versammelt hatten.
 
Am Morgen des 1. Juni hatten sich Hunderte von Trauergästen auf dem Teheraner Lavasan-Friedhof versammelt, um den an den Folgen eines Schlaganfalls verstorbenen iranischen Regimekritiker Esatollah Sahabi zu Grabe zu tragen.
 
Die Trauerprozession wurde von dessen Tochter, der 56-jährigen Haleh Sahabi (Bild), angeführt, die Hafturlaub bekommen hatte, um dem Begräbnis ihres Vaters beizuwohnen.

 

 

Berichten von Augenzeugen zufolge brachen Regimemilizen die Beerdigung unter Gewaltanwendung ab und brachten den Leichnam weg. Sie trieben die Menschen auf dem Friedhof auseinander, um Proteste gegen das Regime zu verhindern.
Dabei wurde auf mehrere der Trauernden eingeprügelt, auch auf Haleh Sahabi, die daraufhin bewusstlos zusammenbrach. Sie starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Mindestens 30 Trauergäste wurden festgenommen. Die Frauenrechtlerin Haleh Sahabi verbüßte eine zweijährige Haftstrafe wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit. Sie hatte im Jahre 2009 an den Demonstrationen für Demokratie im Iran teilgenommen und sich gegen die
Diskriminierung der Frauen eingesetzt.
Iranische Menschenrechtler äußerten sich bestützt über den Tod der politischen Gefangenen. Der Vorfall sei bezeichnend für die repressive Lage im Iran, wo das Regime, das eine neue Protestwelle befürchtet, noch nicht einmal Versammlungen bei Beerdigungen von Oppositionellen zulässt.