Proteste im Inland

Mahnwache Berlin September 2013

       

 

Berlin Brandenburger Tor - Mahnwache Tag 14

Am 1. September stürmten irakische Truppen die Flüchtlingssiedlung Ashraf nördlich von Bagdad und schossen mit Gewehren auf die unbewaffneten Zivilisten. Sie töteten 52 Exiliraner, darunter sechs Frauen. Viele der iranischen Oppositionellen wurden durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet, nachdem sie von Soldaten gefesselt worden waren. Sieben der Flüchtlinge, darunter sechs Frauen, wurden von den Soldaten als Geiseln verschleppt.

Seit dem Massaker an iranischen Flüchtlingen in Ashraf finden in Berlin täglich Mahnwachen von Exiliranern und Menschenrechtlern statt. Die Mitwirkenden appellieren an die UNO und die westlichen Regierungen, mit Rettungsmaßnahmen für den Schutz der iranischen Asylsuchenden im Irak und die Freilassung der Geiseln zu sorgen. Familienangehörige der im Irak lebenden Flüchtlinge sind in einen Hungerstreik getreten, um auf die Lebensgefahr aufmerksam zu machen, in der die Asylsuchenden im Irak sich befinden.

Mit ihren Mahnwachen fordern die Exiliraner, dass die in Ashraf und Camp Liberty internierten Flüchtlinge umgehend nach Europa oder Nordamerika evakuiert werden. In Camp Liberty sind die Exiliraner in ständiger Gefahr, Opfer von Terroranschlägen zu werden. Seit Februar 2013 wurden dort 10 Menschen durch Terroranschläge getötet, es gab mehr als 170 Verletzte.

 

1000. Protesttag für Camp Ashraf und den Schutz der Bewohner durch die USA und die Delistung der PMOI

Heute begann der 1000. Tag der Proteste vor dem US Außenministerium und dem Weißen Haus in Washington. Unterstützer der Bewohner von Ashraf, der PMOI und des Nationalen Widerstandsrates Iran sitzen vor Ort, um für einen Einsatz der USA für die Bewohner von Ashraf zu demonstrieren.

Mitglieder des NWRI nahmen an der Veranstaltung teil und hielten Reden. Moslem Iskandar Filabi, der Vorsitzende der Sportkommision des NWRI, hielt eine flammende Rede bei der Veranstaltung vor dem Weißen Haus.

„Es ist untragbar, dass unsere Landsleute hier seit 1000 Tagen für die Bewohner von Ashraf protestieren müssen. Am 26. September wird der Lügner Ahmadinejad in die USA kommen. Es ist eine Schande, dass die USA ihm ein Visa geben und ihm erlauben, eine Rede vor den Vereinten Nationen zu halten“, sagte er.

„Es ist die Pflicht alle Iraner mit Ehre im Blut, egal welcher Religion oder nationaler Gruppe angehörend, an der Demonstration in New York teil zu nehmen und ich gebe hiermit bekannt, dass ich Ahmadinejad nicht als den Präsidenten meines Landes anerkennen werde“, ergänzte Filabi.


 

„Die PMOI kämpft nun schon seit 50 Jahren für Demokratie. Sie kämpfte gegen den Schah und die Mullahs, die Legitimation dieser Organisation wurde mehr als beweisen.“, sagte Dr. Ahmad Rajavi.

Dr. Chris Looker, der Pastor der ersten Presbyterianischen Kirche in Annandale in Virginia sendete eine Nachricht an die Bewohner von Ashraf.

„Wir Amerikaner kämpften selbst um unsere Freiheit und wir beten für euch. Wir haben hart daran gearbeitet, uns von den Fesseln zu befreien und frei zu sein. Ich bin froh, dass ich über eure schwierige Situation informiert bin und ich möchte euch wissen lassen, dass ich und viele viel andere Amerikaner nach eurer Freiheit rufen. Wir versuchen alles, was in unserer Macht steht. Ich bete jeden Tag für euch und ich hoffe, dass ihr bald die Freiheit erlangt, denn das ist es, was wir alle wollen. Dafür schlagen unsere Herzen. Ich schließe mich all diesen wundervollen Menschen, euren Brüdern und Schwestern an und ich sage euch, möge euch Gott schützen und wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis ihr frei seit.“

Gewalt gegen Trauernde im Iran

010611_Haleh_Sahabi_tot
Die Frauenrechtlerin Haleh Sahabi starb nach gewaltsamen Übergriffenvon Regimemilizen auf die Trauernden, die sich zur Beerdigung ihres Vaters, des Dissidenten Esatollah Sahabi, versammelt hatten.
 
Am Morgen des 1. Juni hatten sich Hunderte von Trauergästen auf dem Teheraner Lavasan-Friedhof versammelt, um den an den Folgen eines Schlaganfalls verstorbenen iranischen Regimekritiker Esatollah Sahabi zu Grabe zu tragen.
 
Die Trauerprozession wurde von dessen Tochter, der 56-jährigen Haleh Sahabi (Bild), angeführt, die Hafturlaub bekommen hatte, um dem Begräbnis ihres Vaters beizuwohnen.

Presseecho: Humanitäre Hilfe aus Berlin für iranisches Flüchtlingscamp

Die Abendschau des rbb-Fernsehens berichtete über die Großveranstaltung in Berlin, die am 7. März 2015 zum Schutz von iranischen Asylsuchenden im Lager Camp Liberty (Irak) aufrief.

Der Bericht der Abendschau befasst sich mit der internationalen humanitären Kampagne, die sich für den Schutz und die Menschenrechte von iranischen Flüchtlingen im Irak einsetzt. Die Exiliraner wurden aus der Siedlung Ashraf zwangsvertrieben und im Lager Camp Liberty nahe Bagdad interniert. Die Kampagne arbeitet dafür, dass rund 3000 iranische Flüchtlinge aus Camp Liberty in sichere Länder evakuiert werden. Bis dahin müssen sie vor Menschenrechtsverletzungen, Terror und Gewalt geschützt werden. Die vom irakischen Militär verhängte medizinische Versorgungsblockade gegen die Exiliraner muss gestoppt werden. Dem Aufruf zu wirksamer medizinischer Hilfe für die Flüchtlinge in Camp Liberty haben sich mehrere Ärzteverbände in Europa angeschlossen.

Der iranische Arzt Dr. Mirhadi Madghalji hat bis zum September 2014 im Lager Camp Liberty an der medizinischen Versorgung der dort lebenden Flüchtlinge mitgewirkt. Dr. Madghalji bemüht sich zurzeit in Berlin um humanitäre Hilfe für seine Landsleute in Camp Liberty. Die Abendschau berichtete über sein Engagement.