Erfolge

Mit einer weltweiten Protestkampagne konnte ein Hinrichtungsaufschub für die 26jährige Iranerin Reyhaneh Jabbari erreicht werden. Menschenrechtsorganisationen setzen sich nun dafür ein, dass das Todesurteil endgültig aufgehoben wird.
Die Hinrichtung der zum Tode verurteilten Iranerin Reyhaneh Jabbari konnte erneut durch eine internationale Protestkampagne verhindert werden.


Am Morgen des 29. September wurde die Gefangene ohne vorherige Ankündigung aus dem Gharchak-Gefängnis in Varamin (südostlich von Teheran) zur Hinrichtungsvollstreckung in das Rajai-Shahr-Gefängnis gebracht. Reyhaneh Jabbari konnte ihre Mutter telefonisch darüber informieren. Das Gefängnis bestätigte den für den 30. September angesetzten Hinrichtungstermin.
Iranische Menschenrechtler haben daraufhin im Iran und weltweit eine Internet-Petitions- und Pressekampagne gegen die Hinrichtung gestartet. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International sowie EU-Parlamentarier wirkten daran mit. Vor dem Gefängnis versammelten sich zahlreiche Familienangehörige und Menschenrechtsaktivisten, um mit Mahnwachen gegen die bevorstehende Hinrichtung zu protestieren.
Die Proteste bewirkten, dass Reyhaneh Jabbari am späten Abend des 29. September wieder in das Gefängnis, wo sie ursprünglich inhaftiert war, zurückgebracht wurde. Sie erhielt einen Hinrichtungsaufschub von vorerst 10 Tagen. Die Menschenrechtskampagne setzt sich nun dafür ein, dass das Todesurteil endgültig aufgehoben wird.Reyhaneh Jabbari ist bereits seit 2007 im Iran inhaftiert. Vor sieben Jahren verletzte sie einen Mann mit einem Messerstich in die Schulter tödlich. Nach ihrer Aussage hatte er versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe in Notwehr gehandelt. Nach ihrer Festnahme wurde Reyhaneh Jabbari zwei Monate lang in Einzelhaft im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten, wo sie keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand oder ihrer Familie hatte.
Trotz der offensichtlichen Notwehr wurde die junge Frau in einem von vielen Menschenrechtlern als äußerst unfair bezeichneten Prozess des Mordes schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.
Der Iran richtet im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl mehr Menschen hin als jedes andere Land der Welt. Die Todesstrafe verletzt das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschriebene Recht auf Leben und ist die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen.