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 Humanitäre Notlage - Nobelpreisträger fordern Schutz für die Flüchtlinge und Einhaltung der Menschenrechte

Professor-Richard-RobertsProfessor Richard Roberts (Bild), Nobelpreisträger für Medizin, hat zusammen mit anderen Nobelpreisträgern an die Vereinten Nationen appelliert, den Schutz der iranischen Asylsuchenden im Lager Camp Liberty (Irak) sicherzustellen und dafür zu sorgen, dass die Repressalien gegen die Flüchtlinge ein Ende haben.

 

 In diesem Lager bei Bagdad sind 3000 iranische Asylsuchende interniert. Das irakische Militär, das das Lager kontrolliert, versucht, die iranischen Flüchtlinge durch Menschenrechtsverletzungen zu zermürben. Die Zustände in Camp Liberty verletzen die internationalen humanitären Bestimmungen für Flüchtlingslager. Besonders für die Unterbringung von älteren Menschen, Kranken und Menschen mit Behinderungen ist dieses ehemalige US-Militärlager ungeeignet.

 Es ist eine Form der körperlichen und seelischen Folter, wenn Menschen auf engstem Raum in Wohnbaracken leben müssen und durch unzureichende Abwasserentsorgung unhygienische Zustände geschaffen werden. Camp Liberty ist nicht an die Abwasserkanalisation angeschlossen. Die Abwasserentsorgung muss mit Tanklastwagen durchgeführt werden. Die irakische Lagerleitung behindert die Abwasserentsorgung immer wieder als vorsätzliche Repressalie gegen die Asylsuchenden.

Wegen der unzureichenden Entsorgung laufen die maroden Abwassertanks über und das Lager wird durch Abwässer verseucht. Die kontaminierten Bereiche im Lager sind zum Herd für alle Arten von ansteckenden Krankheiten geworden. Die Gefahr ist groß, dass die Infektionskrankheiten sich in dem ganzen Lager ausbreiten.
In Camp Liberty herrscht der medizinische Notstand. Die Krankenstation ist weder für die Versorgung von 3000 Menschen noch für die Behandlung von Notfällen ausgestattet. Der freie Zugang der Asylsuchenden zu ärztlicher Versorgung außerhalb des Lagers wird nicht zugelassen.

Die Exiliraner tun alles, um in Eigeninitiative die humanitäre Lage in Camp Liberty zu verbessern. Mit den wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln haben sie Baumaßnahmen und Instandsetzungen vorgenommen. Diese mühevolle Arbeit wird von der Lagerleitung jedoch mit willkürlichen Verboten und Repressalien immer wieder verzögert, erschwert und behindert.

 Die Asylsuchenden in Camp Liberty haben an die Weltgesundheitsorganisation appelliert, dafür zu sorgen, dass in dem Lager menschenwürdige Lebensbedingungen geschaffen werden, bis die Exiliraner in sicheren Drittländern Aufnahme gefunden haben. Camp Liberty muss offiziell als Flüchtlingslager des UN-Flüchtlingshilfswerks anerkannt werden. Die UNO muss dafür sorgen, dass dort die international geltenden humanitären Bestimmungen eingehalten werden. Das Lager muss für Menschenrechtsbeobachter geöffnet werden.