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Nach einem internationalen Aufschrei der Empörung sieht die Justiz im Iran nun vorerst davon ab, eine zum Tode verurteilte Frau zu steinigen.

Der Iran wird nach den Protesten von Menschenrechtlern aus aller Welt vorerst auf die Steinigung einer zum Tode verurteilten Frau verzichten. Das Urteil gegen die 43-jährige Sakineh Mohammadi-Ashtiani wegen angeblichen Ehebruchs werde aus "humanitären Bedenken" nicht vollstreckt, erklärte die zuständige Justizbehörde am 11. Juli laut einer Meldung der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Das Urteil werde nun überprüft.

Die drohende Steinigung der zweifachen Mutter hatte im Iran und im Westen Empörung ausgelöst. Unter anderem hatten sich Regierungen und Prominente, darunter auch die Außenminister Deutschlands und Großbritanniens, Guido Westerwelle und William Hague, gegen die Vollstreckung des grausamen Urteils ausgesprochen. Unter den Prominenten, die sich für die Freilassung der Iranerin einsetzen, sind die Schauspieler Colin Firth, Emma Thompson, Robert Redford und Lindsay Lohan, wie die Zeitung «The Times» berichtete.

Bei der Steinigung werden die Opfer in ein Erdloch eingegraben und mit Steinen beworfen, bis sie sterben. Wer sich jedoch aus eigener Kraft aus dem Loch befreien kann, ist frei. Männer werden bis zur Hüfte eingegraben - Frauen bis zum Nacken. Sie haben keinerlei Überlebenschance.

Eigentlich hat die iranische Justiz die Gerichte angewiesen, auf Urteile mit Steinigung zu verzichten. Dennoch werden solche Urteile - vor allem in ländlichen Gegenden - weiterhin gesprochen.

Die Kinder der verurteilten Sakineh Mohammadi-Ashtiani, die im Internet zum Protest gegen die Steinigung aufgerufen hatten, bestreiten, dass ihre Mutter sich überhaupt einer Straftat schuldig gemacht hat. Es gebe keinerlei Beweise für den angeblichen Ehebruch, das Urteil sei aus dem Ermessen des Richters gefällt worden. Ihr Anwalt, Mohammed Mostafaei, erklärte, die Angeklagte habe während des Verfahrens keinen Zugang zu einem Verteidiger erhalten.