Angriff auf die Exiliraner in Ashraf-8 April 2012

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Sonntag, Mai 20, 2012

Hilferuf aus Ashraf

Shaghayegh bei der Beisetzung ihrer Schwester Faezeh (im Bild rechts), die bei dem Massaker im April 2011 in Ashraf getötet wurde.Drohendes Massaker verhindern!

Dringende Rettungsaktion für 3400 Menschen in Lebensgefahr

 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

die 14jährige Shaghayegh Rajabi hat einen Hilferuf an uns gerichtet. Sie lebt im Lager Ashraf im Irak in Todesangst. In 45 Tagen droht ihr und den anderen Exiliranern in Ashraf, vom irakischen Militär angegriffen, gewaltsam aus dem Lager vertrieben und in den Iran deportiert zu werden. Im Iran erwarten die Menschen aus Ashraf Folter und Massenhinrichtungen.

Shaghayegh hat bereits ihren Vater verloren. Er wurde in einem iranischen Gefängnis zu Tode gefoltert. Danach fand Shaghayegh mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Zuflucht in Ashraf. Doch auch hier sollte das Leid kein Ende haben. Im April 2011 verübten irakische Truppen ein Massaker an den wehrlosen Menschen in Ashraf, bei dem 36 Exiliraner den Tod fanden. Unter den Toten war auch Faezeh, die 20jährige Schwester von Shaghayegh. Sie wurde bei dem Angriff erschossen.

In wenigen Wochen droht Shaghayegh, deren erschütternden Hilferuf Sie auf der Rückseite finden, und den anderen 3400 Menschen in Ashraf, darunter 1000 Frauen, das gleiche Schicksal. Sie sind in akuter Lebensgefahr und brauchen dringend unsere Hilfe.

 

Wir setzen uns mit einer internationalen Hilfskampagne dafür ein, dass:

  • das Ultimatum für die Räumung des Lagers Ashraf umgehend aufgehoben wird,
  • das Lager unter den Schutz von UNO-Friedenstruppen gestellt wird,
  • die internationale Gemeinschaft jegliche Maßnahmen zur Zwangsvertreibung der Bewohner von Ashraf verhindert,
  • das Flüchtlingshilfswerk der UNO dort ungehindert arbeiten kann, bis alle Bewohner endgültig als politische Flüchtlinge anerkannt sind und in Drittländern aufgenommen werden,
  • die irakischen Truppen aus Ashraf abziehen, die Gewalt und Repressalien gegen die Menschen dort gestoppt werden und die Abriegelung des Lagers aufgehoben wird,
  • die Menschen in Ashraf ungehinderten Zugang zu medizinischer Versorgung und Hilfsgütern erhalten.

 

Wir müssen schnell handeln, um die drohende humanitäre Katastrophe in Ashraf zu verhindern.

Wir bitten Sie herzlich, uns dabei zu helfen! Ihre Spenden sind eine wirksame Unterstützung! Jeder

Betrag ist wichtig! Ihre Spende hilft uns, Menschen vor Gewalt und Deportation zu retten!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und beste Grüße!

 

Maryam Adigozal

 

 


 

Folgend lesen Sie den Brief von Shaghayegh an die internationale Gemeinschaft:

 

Aus dem Photoalbum von ShaghayeghNur noch 45 Tage ...

Ein Hilferuf aus Ashraf: Wir wollen leben!

 

Dies ist ein Hilferuf an alle Menschen, die mich hören können:

Ich heiße Shaghayegh und bin 14 Jahre alt. Ich lebe zusammen mit meiner Mutter und zwei Brüdern in Ashraf. Ich habe Angst, dass wir hier ermordet werden.

Ashraf ist unser Zuhause. In 45 Tagen will das irakische Militär uns von hier vertreiben. Wohin sollen wir gehen? Was wird aus uns?

Werden wir zurück in den Iran verschleppt und dann in einem Gefängnis ermordet wie mein Vater? Oder wird das irakische Militär uns wieder überfallen und auf uns schießen wie im April? Werde ich dann auch erschossen wie meine Schwester Faezeh? Als Faezeh und 35 andere von uns starben, war niemand da, um uns zu schützen.

Mit 300 großen Lautsprechern werden wir Tag und Nacht bedroht. Sie wollen uns von hier vertreiben oder uns alle ermorden. Wir wollen doch nichts anderes als in Freiheit leben. Warum müssen wir deshalb sterben? Unsere kleine Stadt Ashraf wurde vom Militär zu einem Konzentrationslager gemacht. Ashraf ist abgeriegelt und von Truppen umstellt. Hier fehlt es an allem. Es ist kalt, aber wir können nicht heizen, weil wir kein Heizmaterial bekommen.

Ich habe Angst. Was erwartet mich in 45 Tagen?

Was erwartet meine Mutter und meine Brüder? Was erwartet uns, wenn sie uns wieder mit Panzern und Maschinengewehren überfallen?


Ich will nicht sterben. Ich will leben!

Ich will, dass meine Familie, meine Freunde leben! Ich möchte wieder mit meinen Freunden lachen. Ich möchte zuhause wieder sicher sein.


Kann mich jemand hören? Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen Schutz! Ich bitte alle, die mich hören können, um Hilfe!

Meine Mutter sagt, wenn viele Menschen mithelfen, gibt es Hoffnung, dass die UNO endlich Friedenstruppen schickt und uns schützt.


Deshalb bitte ich darum, dass viele Menschen mithelfen. Bitte vergessen Sie uns nicht, bitte stehen Sie uns bei, damit wir gerettet werden!


Shaghayegh Rajabi, Ashraf, im November 2011

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